Das Ende meiner Reise?

In den letzten Tagen ist mir wieder eingefallen, dass ich ja mal diesen Blog hatte und in mehr oder weniger Regelmäßigkeit berichtet habe, was sich am anderen Ende der Welt in meinem Leben so zuträgt. 

Seit einer unglaublich langen Zeit mache ich das nicht mehr. Nun, es gibt aus meiner Sicht zumal wenig zu berichten. Denn ich bin immer noch in Neuseeland. Ich bin immer noch auf dem Schiff. Und es ist eben zu meinem ganz normalen Leben geworden. Es mag vielleicht für den ein oder anderen wie ein großes Abenteuer wirken. Doch für mich ist es zu meinem Alltag geworden. 

Aufstehen, frühstücken, segeln, Abendessen, schlafen. So oder so ungefähr sehen, ganz vereinfacht, meine Tage aus. Ich erlebe wahnsinnig viel. Doch arbeite ich noch viel mehr und viel härter als jemals zuvor in meinem Leben. Da bleibt kaum Zeit zum reflektieren geschweige denn dieses nieder zu schreiben. Hinzu kommt noch der Mangel an Strom und Internet. Welches beides essentiell ist, um einen Blogbeitrag zu verfassen. 

Die vergangenen 8 Monate, die ich nun bereits Crew auf der Alvei bin, war die bislang unglaublichste, abenteuerreichste und schönste Zeit meines Lebens. Noch nie war ich mehr ich selbst. Noch nie war ich glücklicher. Noch nie war ich freier und befreiter. 

Ich habe gefunden, was ich niemals gesucht habe. 

Es fühlt sich an, als ob meine Reise zu Ende gegangen ist. Nun lebe ich einfach mein Leben. 

Für wie lange ich noch mit Alvei segeln werde, weiß ich nicht. Leute fragen mich immer wieder, wie lange plane an Bord zu bleiben. „So lange, wie ich Lust drauf habe“ ist meine Antwort. Wer hätte jemals ahnen können, dass der Beruf des Sailors meine Berufung, meine Passion ist?! Vielleicht bleibe ich noch Monate oder Jahre auf Alvei, vielleicht heuer ich irgendwann auf einem andern Schiff an, vielleicht ruft mich irgendwann das Landleben wieder zurück. Ich weiß es nicht. 

Was ich weiß ist, dass ich jetzt in diesem Moment genau dort bin, wo ich sein soll und sein möchte.

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Ahoi Sailor

Wo soll ich nur anfangen? Wo und wann habe ich eigentlich aufgehört? Warum ich aufgehört habe, das weiß ich. 

Ich war überwältigt. Überwältigt allein von meinem neuen Kapitel auf meiner Reise. Dazu kam dann die Überforderung mit einer globalen Pandemie umzugehen. Und das während ich auf Reisen und nicht in der (vermeintlichen) Sicherheit meiner Heimat bin. Wer hätte denn ahnen können, dass die Welt auf einmal nicht mehr so funktioniert, wie wir sie kennen? Ich habe es nicht sehen können und ehrlicherweise lange zu den Leugnern gehört. Es war so einfach es hier in Neuseeland zu leugnen. Während in Europa schon das Chaos herrschte, lebten wir den ganz normalen Alltag mit 0 Covid-Fällen. 

Als dann im März die ersten Fälle verzeichnet wurden, dämmerte es auch mir. Mit mehr Glück als Verstand kam ich an den wohl besten Ort, an dem ich nur sein könnte; während einer Zombieapokalypse (und auch generell) – ein Schiff. 

Mit Schiff meine ich hier nicht so ein kleines Boot. Nein, ich bin auf einem richtigen Piratenschiff gelandet. Alvei ist ihr Name. Sie ist stolze 100 Jahre alt, 30 Meter lang. Sie ist ein 3-masted Topsail Schooner (Haha! Ja genau, ich selber habe auch kaum einen Schimmer, was das genau bedeutet. Aber vielleicht sind ja alte Seeräuber unter euch, die jetzt mit weiten Augen „Aaaah!“s und „Ooooh!“s hauchen.) 

Nur eine Woche nachdem ich auf Alvei angeheuert habe, begann dann in Neuseeland der Lockdown. Wir durften das Schiff nicht mehr verlassen. Da hätte ich es definitiv schlechter treffen können. Immerhin konnte ich jeden Tag schwimmen gehen. Einmal die Woche bekam wir Besuch von Delfinen. Wir hatten die Gesellschaft unserer Shipmates und einen Haufen voller Arbeit zu bewerkstelligen. Doch um ein bisschen Realität in die Utopie zu bringen – wir hatten die Herausforderung auf engstem Raum mit verschiedenen Kulturen auskommen, wir haben weder eine Dusche noch einen Kühlschrank und schon gar keine Heizung. 

Die zwei Monate im Lockdown vergingen dann Rückblickend aber doch wie im Flug. Der Lockdown war vorbei, wir konnten endlich wieder an Land und noch besser – es war uns erlaubt zu segeln. Leider konnten wir jedoch unseren ursprünglichen Plan den Pazifischen Ozean von Neuseeland bis nach Nordamerika zu überqueren nicht verfolgen, da so ziemlich alle Länder ihre Grenzen geschlossen haben. So blieb es uns also nur in Neuseeland umher zu segeln. Und oh man, das machten wir. Von Russell, wo wir den Lockdown verbracht haben, segelten wir durch die Bay of Islands bevor wir uns auf den Weg in den kalten Süden machten. Nach einem Monat kamen wir dann in Auckland an. Hier bin ich jetzt. Seit einer Woche sind wir in einem Primesport quasi direkt unter der Harbourbridge vor Anker mit einem Ausblick auf die Auckland Skyline, für die Menschen normalerweise einen Haufen Geld bezahlen. 

Genießen kann ich es jedoch nicht. Ich will wieder raus. Ich will wieder segeln. Ich will das Schiff, das Meer und mich in Symbiose verschmelzen lassen. 

Seit fast vier Monaten lebe und arbeite ich als Deckhand auf Alvei. Und ich hoffe, dass noch viele weitere Monate folgen werden. 

Ahoi! 

Segeln

„Hi! I have a yacht. Would you like to go on a trip?“ während ich an meinem liebsten FKK-Strand in Auckland liege, überreicht mir ein älterer Herr eine Visitenkarte. 

„You’ll get raped and murdered!“ haben mir meine Freunde im Vorhinein prophezeit, als ich ihnen von dieser Begegnung erzählte. Von allen Seiten wird mir davon abgeraten an Bord von Bruces Segelyacht zu gehen. 

Was hättest du gemacht? 

Mich findet man dann wenige Wochen darauf mit Bruce auf seiner Yacht wieder. 

Es mag vielleicht erstaunlich klingen, doch bis heute wurde ich weder vergewaltigt noch ermordet. Als ich Bruce nach seiner Motivation fremde Menschen auf einen Segeltrip einzuladen gefragt habe, erklärte er mir, dass er gerade Frauen auf Segeltouren einlädt, um dem immer noch herrschenden Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern entgegen zu kämpfen. Er möchte Frauen die Möglichkeit geben einen männerdominierten Sport zu entdecken. Er möchte zeigen, dass Frauen alles machen können, was sie nur wollen und sie stärker sind, als sie zuvor ahnten. Auch sieht Bruce die Möglichkeit etwas zurück zu geben. Seine Tochter ist viel gereist, hat er mir erzählt, und sie hat überall auf der Welt die wunderbarsten Menschen getroffen. Sie wurde eingeladen und herzlichen willkommen geheißen. Mit zuvor fremden Menschen hat sie unvergessliche Momente erlebt. Bruce ist dankbar dafür, wie viel gutes seiner Tochter auf ihren Reisen widerfahren ist und wie viele Menschen die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Bruce selber ist nie gereist. Er ist so dankbar für die Menschen, die seine Tochter getroffen hat, sodass er nun so ein Mensch für andere Reisende sein möchte.

Disclaimer: Ich möchte nicht dazu auffordern, einfach naiv mit jedem fremden Menschen mitzugehen. Doch wäre die Welt ein viel schönerer Ort, wenn wir wieder anfangen würden an das Gute im Menschen zu glauben und nicht immer sofort davon ausgehen, dass andere uns etwas Böses wollen. Wir alle haben dieses Bauchgefühl in uns, unsere Intuition, und ich glaube fest daran, dass wir nur schwer etwas falsch machen können, wenn wir auf diese hören. Natürlich habe ich mich vorher auch abgesichert und recherchiert. Doch statt das nächste Mal jemanden vorherzusagen, dass er oder sie vermutlich vergewaltigt und ermordet werden wird, wünsche ganz einfach viel Spaß und eine unvergessliche Zeit.

Obwohl ich Bruce gesagt habe, dass ich keinerlei Erfahrung im Segeln habe, vertraut er mir vom ersten Moment das Steuer an. Erst als wir aus der Marina raus sind und das Segel hissen, wird mir bewusst, dass Segeln ja das ist, wo die Boote quasi quer im Wasser liegen. Mit einer Mischung aus Abenteuerlust und aufgeregtem, leicht ängstlichem Kribbeln in der Bust, drehe ich die Costa Minta seitlichem zum Wind. Und da ist es – dieses Geräusch, dass Segel machen, wenn sie Wind fangen. Ich habe es irgendwie vermisst, obwohl noch nie zuvor Segel war, ist dieses Geräusch so tief in mir verankert. Ich höre es seither immer und immer wieder in meinem Kopf, wie einen Ohrwurm. Dieses Geräusch wird zu meinem neuen Lieblingssong. Dieses Geräusch symbolisiert Freiheit mehr als alles andere. 

Mit aller Kraft stemme ich meine Füße gegen die Fußablage und ziehe das Ruder Richtung Steuerbord. 15 Knoten Windgeschwindigkeit lassen die Costa Minta nur so über das Wasser fliegen. Bereits jetzt weiß ich, dass ich mit dem Segeln etwas gefunden habe, was mich so schnell nicht wieder loslassen wird. 

Reisen mit null Emissionen, in vollkommener Einheit mit den Elementen sein; der Tagesablauf, die nächste Destination und Pläne werden von der Natur bestimmt. Es lohnt sich gar nicht einen Gedanken an die Zukunft zu verschwenden, wenn sie noch nicht da ist. Der Wind kann sich wortwörtlich drehen und alle zuvor geschmiedeten Pläne werden hinfällig. Segeln ist Leben im Moment in Perfektion. 

Nichts hätte mich besser aus meinem stressigen Arbeitsalltag rausholen können, als Segeln. Segeln ist quasi wie campen nur mit viel weniger und gleichzeitig so viel mehr Möglichkeiten. Von einem Moment auf den anderen ist der ganze Stress der vergangen Monate von meinen Schultern gefallen. Nachmittags segeln wir immer zu einem neuen Ort, Abendessen, Sonnenuntergang schauen, schlafen, mit Sonnenaufgang aufwachen, Frühstücken, ans Land fahren, wandern, zurück zum Boot, schwimmen, und nach dem Mittagessen werden wieder die Segel gesetzt und ein neuer Ort wird angesteuert. Dieses einfache Leben ist genau, was ich gebraucht habe. Die Costa Minta ist nur 7,5 Meter lang. Das bietet also nicht viel Platz. Da ist es schon eine ganz besondere Herausforderung, wenn die Bedingungen es unmöglich machen zu segeln oder an Land zu gehen. Mit großer Sicherheit kann ich jetzt aber behaupten, dass ich nicht Seekrank werde. Die Wellen kamen von allen Seiten und haben mir das Gefühl gegeben im Schleudergang einer Waschmaschine zu stecken. Der Seegang hat mich nachts fast aus meinem Bett rausgeworfen. Als sich nach einem Tag und zwei Nächten die See dann wieder etwas beruhigt hatte, hat mir schon fast etwas gefehlt.

Nun bin ich wieder zurück am Land und ich kann es kaum erwarten, mein nächstes Segelabenteuer zu starten. 

Hätte ich jemals im Leben damit gerechnet Segeln zu gehen geschweige denn ein Boot selber zu segeln? Niemals! Nicht in meine kühnsten Träumen ist mir dieser Gedanke überhaupt in den Sinn gekommen. Das lag so weit außerhalb meiner Vorstellungskraft. Doch dank Bruce haben sich mir neue Türen und neue Wege geöffnet. Dadurch, dass ich einfach ‚Ja‘ zu etwas gesagt habe, ist etwas, dass ich für unmöglich gehalten hatte, möglich geworden. Und wenn ich der kleinen 5-jährigen Sabrina jetzt sagen könnte, dass Piratin gar kein so verrückter Berufswunsch ist, hätte die große Sabrina vielleicht schon früher mal den Mut gehabt segeln zu gehen. 

Gedankenkarussell

Lang, lang ist’s her. Umso schwerer ist es einen Anfang zu finden. 

Vor lauter Arbeit im Moment, schaffe ich es kaum meine Gedanken zu sortieren. Es passiert so viel, es ist so viel passiert und doch auch wieder nichts. 

Seitdem ich in Auckland angekommen bin, arbeite ich in zwei Vollzeitjobs. Da bleibt mir kaum genug Zeit zum schlafen, geschweige denn zum Schreiben. 

Ich hadere zwischen dem Wunsch in Auckland zu bleiben, und dem Drang zu Reisen. Ich liebe mein Leben in Auckland und doch weiß ich, dass es mir auf Dauer, so wie ich im Moment lebe, nicht gut tut. Das Ende meines Visums und das Ende des Sommers geben mir Limits und bestimmen meine Reisepläne. Könnte ich mein Visum so einfach verlängern, würde ich vermutlich noch einige Monate in Auckland bleiben. Doch leider gibt es in Neuseeland nicht die Möglichkeit ein zweites Work and Holiday Visum zu beantragen, wie in Australien. 

Neuseeland ist so viel mehr als Auckland, das weiß ich. Und vermutlich ist Auckland sogar der am wenigsten sehenswerte Ort des ganzen Landes. Doch habe ich hier so gute Freunde gefunden, wie bisher noch nie auf meiner Reise. 

Klar, Menschen kennen gelernt habe ich ständig. Auch habe ich mit einigen noch sporadischen Kontakt. Doch hat sich das erste Jahr meiner Reise eher um mich, meine Entwicklung und meine Heilung gedreht. Als aber das zweite Jahr angebrochen war, hat sich das schlagartig geändert. Auf einmal geht es weniger um mich und eher um die Menschen, die ich treffe. 

Schon bei dem Gedanken, diese lieben und wundervollen Menschen zu verlassen, füllen sich meine Augen mit Tränen. Eine Familie und vor allem Heimat am anderen Ende der Welt zu finden, ist etwas ganz besonderes. 

Nun mag man vielleicht sagen, dass ich doch einfach in Auckland bleiben könne, wenn es mir doch so gut gefällt. Doch habe ich dann das Gefühl meine Zeit, die mir in Neuseeland zur Verfügung steht zu verschwenden. Wie könnte ich ein Jahr lang in dem schönsten Land dieser Erde verbringen, ohne zu reisen? Deshalb wünsche ich mir momentan nichts mehr als mehr Zeit. Hätte ich doch nur zwei Jahre, dann wäre das alles kein Problem… denke ich mir. Aber wie wir alle wissen, bringt ein „hätte, wäre und wenn“ nichts. Es ist so wie es ist. Und, es ist aus irgendeinem Grund genauso wie es ist. 

So leicht es mir auch in Bali fiel die Zeichen des Universums zu sehen und zu folgen, so schwerer fällt es mir jetzt hier. Ich wechsle meine Meinung und meine Pläne fast täglich. Geplant hatte ich, spätestens Mitte Januar los zu reisen. Nun habe ich meine Zeit in Auckland bereits bis Ende Februar verlängert. Doch wenn ich dann nicht aufbreche, bricht bald der Winter an. Und ein Roadtrip im Winter ist jetzt nicht so unbedingt mein Ding. 

Neuseeland mischt die Karten nochmal komplett neu. Ich war ziemlich selbstsicher und gefestigt in meinem Leben als Langzeitreisende, doch Neuseeland stellt mich wieder vor neue Aufgaben, die ich zu meistern habe. 

Auch wenn es mir momentan sehr schwer fällt, versuche ich darauf zu vertrauen, dass alles seinen Weg gehen wird und genau das passieren wird, was passieren soll. 

Sollte ich tatsächlich in Auckland stecken bleiben, dann ist das so. Sollte ich den Roadtrip starten, dann ist das so. Ich wüsste nicht, ob mein Leben jemals so ungewiss war, wie im Moment. Diese Ungewissheit hat mich erst total verrückt gemacht. Doch mittlerweile habe ich mich etwas dran gewöhnt. Denn das ist doch schließlich die ultimative Freiheit, die ich mir immer gewünscht und hart erarbeitet habe. 

Pleite

Zum zweiten Mal in 14 Monaten Reise mache ich nun die Erfahrung pleite zu sein. Vor Beginn meiner Reise war das eine meiner größten Ängste. Ohne Geld alleine am anderen Ende der Welt zu sein. Ich hatte Angst, dass damit dann meine Reise zu Ende sein würde. Ich hatte Angst, dass das bedeuten würde, dass ich gescheitert wäre. Ich hatte Angst vor Verurteilung. Ich hatte Angst, dass ich zurück nach Deutschland in mein 9-5 Leben muss. 

Das erste Mal war mein Konto auf dem Nullpunkt am Ende des Roadtrips durch Australien. Ich konnte weder genug Geld aufbringen, um Sprit für die 3.000 km zwischen Darwin und meinem neuen Job zu zahlen, geschweige denn Verpflegung für diese lange Strecke und eventuelle Reparaturen an meiner Lulu. Auch wenn diese Situation sehr ungewohnt war, wusste ich einfach, dass alles gut werden würde. Ich verkaufte mein Auto, um mir ein Flugticket kaufen zu können und dann asap anfangen zu arbeiten. 

Nun ein halbes Jahr später, herrscht auf meinem Konto wieder Ebbe. Es ist verrückt, aber Pleite sein macht mir keine Angst mehr. Stattdessen fühle ich mich dann frei, unbeschwert und schwimme im Meer der unendlichen Möglichkeiten. 

Sobald ich anfange Geld anzusparen, stehe ich unter der ständigen Angst nicht genug zu haben. Ich stehe total unter Stress. Doch in den Momenten, wo mein Geld knapp ist und ich nicht weiß, wie es weiter gehen soll, werde ich ruhig und entspanne mich. Anstatt geizig jeden Cent bei mir zu behalten, lade ich Freunde zum Essen ein. Mit Freude und Gleichmut zahle ich das Taxi für alle und gebe der Kellnerin großzügiges Trinkgeld. 

Pleite sein an sich ist noch nicht Spaß genug, dachte sich dann das Universum. Somit begab es sich dann, dass mit meiner Ankunft in Neuseeland auch noch mein australisches Konto gesperrt wurde. Also hatte ich nichtmal Zugriff auf die letzten verbliebenen Dollar auf meinem Konto. 

Aufregen? Wütend werden? Verzweifeln? Schimpfen, schreien, meckern? Decke über den Kopf ziehen und heulen? All das wären wohl legitime Reaktionen gewesen. Doch stattdessen war ich ruhig, entspannt und schon fast gleichmütig. Mein Urvertrauen in das Gute ist unerschütterlich. Somit wusste ich auch jetzt, dass schon alles gut werden würde. Geld ist sowieso nicht wichtig, hatte ich mittlerweile für mich gelernt. 

Und was soll ich sagen? Bereits wenige Tage später hatte ich 5 (fünf!) Jobangebote, in den Tagen darauf trudelten sogar noch mehr Angebote ein, die ich dann aber ohne Bewerbungsgespräch gleich ablehnte. Mir wurde später erzählt, wie schwer es sei in Auckland einen Job zu finden. Vielleicht hatte ich Glück. Vielleicht ist es auch einfach nur der richtige Zeitpunkt (vor Weihnachten und Sommer, wo dann die Hochsaison beginnt und sowieso mehr Personal benötigt wird). Vielleicht liegt es an meiner Einstellung? Vielleicht ist es ein Zusammenspiel aus allem und noch mehr, vielleicht auch Keines. 

Doch hilft es definitiv in schwierigen Situationen voller Zuversicht mit einem Lächeln die Zukunft willkommen zu heißen. Du wirst bekommen, was du brauchst. Was nicht umbedingt immer das ist, was du willst. ☝🏼 

Wollte ich einen Kellnerjob? Definitiv nein, nie wieder in meinem Leben wollte ich kellnern. Doch jetzt liebe ich diesen Job. Mit ihm habe ich nicht nur Arbeit, ich habe Freunde, eine Familie gefunden. Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit und verlasse sie auch mit einem freudestrahlenden Lächeln. Statt mich zu erschöpfen, gibt sie mir Energie. Außerdem bekomme ich wieder Geld. Doch dieses Mal versuche ich es anders zu machen. Ich versuche nicht krampfhaft daran festzuhalten und bis in die Unendlichkeit zu sparen. Ich erlaube dem Geld zu fließen. 

Statt lippischem Geiz übe ich mich in weltoffener Großzügigkeit

Es fällt mir noch schwer darauf zu vertrauen, dass ich am Ende des Jahres ausreichend Geld gespart habe, um über den Sommer durch Neuseeland zu reisen. Doch ich werde es lernen. Irgendwie geht es schließlich immer weiter. 

Und wo wir gerade bei dem Thema sind: Momentan arbeite ich verdammt viel. Heute ist mein erster freier Tag, nachdem ich 9 Tage durchgearbeitet habe und das meist in 10 Stunden Schichten. Leider lässt dieses Pensum an Arbeit keinen Raum für Kreativität geschweige denn Zeit zum Schreiben. Für Schreiben brenne ich. Schreiben ist meine Leidenschaft, meine Passion. So gerne würde ich mehr Schreiben, mehr darüber lernen, besser werden. Dafür benötige ich freie Zeit, muss aber gleichzeitig meine Fixkosten, wie Krankenversicherung und Handy gedeckt haben. Daher bin ich schon lange am Überlegen einen PayPal Button auf meinem Blog zu integrieren. Ich bitte nicht um Spenden, sondern eher um Trinkgeld. So wie du dem Kellner im Restaurant für guten Service ein kleines Trinkgeld gibst, kannst du mir damit mir ein kleines Trinkgeld geben, wenn dir gefällt, was du ließt. Vielleicht ist das ganze in Zukunft auch so ausbaubar, dass es gegen einen Obolus Bonus Content gibt. Sachen, die man also nur lesen und sehen kann, wenn man dafür zahlt. Damit würdest du mir die Möglichkeit geben, mehr Zeit in das Schreiben zu investieren. Diese Idee schwirrt mir schon lange im Kopf herum, doch traue ich mich nicht diese auch wirklich umzusetzen. Daher bitte ich dich um ein kurzes Feedback und deine Ideen. Wärest du bereit zu zahlen, um mehr Infos/tiefere Einblicke/Tipps und Tricks/Fotos/whatever zu erhalten?